Fahrradfahren ist in Deutschland nicht umsonst sehr beliebt. Frische Luft, gesunde Bewegung und die Möglichkeit, die Natur hautnah zu erleben sprechen dafür, sich öfters auf das Rad zu setzen. Es gibt aber auch Nachteile: Wohin mit dem Kind, dem Hund oder (sperrigen) Lasten, wenn man etwas zu transportieren hat? Gut, Babys und Kleinkinder lassen sich noch in einem Kindersitz unterbringen, doch bei älteren Kindern fällt auch diese Möglichkeit weg.
Es gibt jedoch eine Lösung: der Fahrradanhänger! Er eröffnet plötzlich ganz neue Möglichkeiten mit dem Rad. Grund genug, uns etwas genauer mit diesem praktischen Begleiter zu beschäftigen.
Fahrradanhänger für Kinder
Sicherheit und Komfort stehen bei Kinderfahrradanhängern an oberster Stelle. Viele Modelle sind mit robusten Überrollbügeln, Fünfpunkt-Gurtsystemen und gefederten Fahrwerken ausgestattet, um die jungen Passagiere optimal zu schützen. Durch ihre Vielseitigkeit lassen sie sich oft mit wenigen Handgriffen in einen Buggy oder Jogger verwandeln. Von allen Fahrradanhängern auf dem Markt ist das Angebot von Kinderanhängern am größten.
Fahrradanhänger für Hunde
Fahrradanhänger für Hunde sind enorm praktisch und machen es möglich, auch ältere, kranke oder kleine Vierbeiner auf ausgedehnte Radtouren mitzunehmen. Typische Merkmale sind der tiefe Einstieg, eine rutschfeste Bodenmatte und die gute Belüftung durch großflächige Netzeinsätze. Eine integrierte Leine im Innenraum sorgt dafür, dass der Hund während der Fahrt nicht herausspringen kann.
Fahrradanhänger für Lasten
So wird das Fahrrad zum LKW: Lastenanhänger sind für den Transport von schweren oder sperrigen Gegenständen ausgelegt. Sie verfügen meist über eine stabile, tiefliegende Ladefläche aus Kunststoff, Metall oder Holz, um den Schwerpunkt niedrig zu halten. Je nach Einsatzzweck gibt es offene Transportwannen und geschlossene, wetterfeste Boxen, die den Inhalt vor Diebstahl und Regen schützen. Viele Modelle sind für Zuladungen von 50 kg oder sogar mehr konzipiert.
Vorschriften und Gesetzte zur Nutzung von Fahrradanhängern
Fahrradanhänger werden in den letzten Jahren immer beliebter, trotzdem sind viele Menschen unsicher, wie sie sich beim Einsatz des Anhängers rechtlich korrekt verhalten. Dies kommt vor allem daher, dass es (noch) keine eigenen Vorschriften für die Nutzung von Fahrradanhängern gibt, sondern hierfür hilfsweise die Straßenverkehrsordnung mit ihren Bestimmungen zur Hängernutzung am Auto herangezogen wird, welche sich jedoch meist nicht ohne Weiteres auf das Fahrrad übertragen lässt. Einige Punkte sind jedoch auch hier sehr deutlich herauszulesen und beim Einsatz eines Fahrradanhängers zwingend zu beachten.
Generell dürfen Fahrradanhänger im Straßenverkehr genutzt werden, und man muss damit nicht wie andere Radfahrer zwangsweise einen Fahrradweg benutzen. Die Ausnahme von der Regel gilt immer dann, wenn der Radweg zu schmal ist, er Absenkungen hat oder sich mit einem Fahrradanhänger nicht passierbare Absperrungen darauf befinden.
Wichtig zu beachten sind die Vorschriften zur Beleuchtung des Anhängers: Ein Fahrradanhänger muss mit einem roten Rücklicht ausgestattet sein, welches per Dynamo oder mit einer Batterie betrieben werden darf. Zudem ist er mit den vorschriftsmäßigen Reflektoren an den Rädern zu versehen. Das Gesetz sieht hierbei zwei orangene Reflektoren pro Rad vor, die um 180 Grad zueinander versetzt sein müssen. Weiterhin muss der Anhänger seitlich und hinten jeweils zwei weiße Reflektoren aufweisen.
Sollen Kinder in einem Fahrradanhänger transportiert werden, gibt es weitere Vorschriften: Er muss über entsprechend hierfür vorgesehene Sitze verfügen, die mit einem Gurt ausgestattet sind. Ebenfalls vorgeschrieben sind Radabdeckungen, die verhindern, dass sich Kinder in den laufenden Rädern einklemmen können. Und: Es dürfen generell nur Kinder bis zu einem Alter von sieben Jahren transportiert werden.
Welcher Fahrradanhänger ist der richtige für mich?
Ausschlaggebend für die Modellwahl sind zunächst die Anzahl der zu transportierenden Kinder, Hunde oder die Größe und das Gewicht des Transportgutes. Beachten sollte man auch den Einsatzort – in bergigen Gegenden empfiehlt es sich, einen Anhänger in Leichtbauweise zu wählen.
Für die Verwendung im Alltag ist es sinnvoll, eine Kombi-Lösung in Betracht zu ziehen. Auf dem Markt sind Modelle mit verschiedenen Umrüstkits zu haben. Diese ermöglichen den Umbau zu einem Kinderwagen oder Einkaufshelfer. Auch für sportliche Einsätze gibt es diverse Möglichkeiten, so wird der Fahrradwohnwagen beispielsweise zum praktischen Transporter für die Paintball Kleidung und Ausrüstung. Wer mit dem Anhänger eine Urlaubstour plant, für den sind Gepäcktaschen und ausreichend Stauraum enorm wichtig.
Auch auf die Sicherheit ist zu achten. Entspricht der gewählte Transportanhänger den empfohlenen Kriterien und Vorschriften bei Konstruktion und Beleuchtung? Neben diesen Aspekten sind auch die Beschaffenheit der Kupplung und die Sitzsicherheit relevant. Der Fahrradanhänger sollte mit dem Zugfahrrad kompatibel sein, um unnötige Umbauarbeiten zu umgehen. Die Befestigung der Kupplung muss zur Rahmenstärke des Zugrades passen, und auch die Achse des Rades sollte mit der Deichsel des Anhängers auf gleicher Höhe liegen.
Und schließlich: Das Unterstellen des Anhängers bei Nichtnutzung ist für viele Menschen ein Problem. Nicht jeder hat eine Garage oder ein Gartenhaus zur Verfügung, bei Kellerräumen können zu enge Treppenaufgänge und schmale Türen kein Hindernis darstellen. In diesem Fall empfiehlt sich ein zusammenklappbarer bzw. faltbarer Fahrradanhänger, der viel weniger Platz in Anspruch nimmt. Bei diesen Modellen ist allerdings unbedingt auf die Zuladung zu achten.
